Institut für psychotherapeutische Verfahren Wolfgang Kraus
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Systemaufstellungen im therapeutischen Kontext
1-Jahrestraining
In diesem Kurs geht es um die theoretische und praktische Einführung in die Grundlagen therapeutisch orientierter Systemaufstellungen.
Neben Diagnostik und Beherrschung der theoretischen Grundlagen der Methode geht es in der praktischen Arbeit darum über die Fähigkeit Empathie, Achtsamkeit, Echtheit und Intuition zu verfügen.
In der Praxis besteht die Herausforderung sich einzulassen auf das System des Klienten, die Sprache des Symptoms wahrzunehmen und den Klienten einfühlsam zu begleiten.
Das Anerkennen dessen was ist, stellt einen wesentlichen Wandlungs -faktor für bestehende Bindungen bzw. Beschwerden dar und ist eine wichtige Voraussetzung für Versöhnung und Lösung.
Im „Herzen des Aufstellers“ müssen Opfer und Täter einen Platz haben und dort versöhnt sein, dann kann dies im System des Klienten leichter nachvollzogen werden.
Das Ausgeschlossene wird im Prozess der Aufstellung als zugehörig, das Getrennte wird als Ganzheit erfahren. Etwas neues, geordnetes, beruhigendes Grosses wird fühlbar.
Oft kommt großes Leid, kaum nachvollziehbar Schweres ans Licht, Dinge, vor denen Worte verstummen.
Wird der Blick dann aber auf das Große, das Schicksal, das Liebende hinter allem gerichtet, beginnt die Seele weit zu werden und kann sich einfügen – demütig und erleichtert – den ihr gemäßen Platz einnehmen.
Erleichterung, manchmal sogar Leichtigkeit berührt den Menschen, er fühlt sich geborgen, in Zugehörigkeit zu seinem gegenwärtigen System und dem was noch dazu gehört und dem was dahinter steht (transpersonale Sichtweise).
Die innere Ordnung im System und damit der gute Platz bewirken Stärke, Kreativität, Entlastung und Zuversicht, eine insgesamt positive Grundausrichtung in seelischer und körperlicher Hinsicht mit seinen entsprechenden Auswirkungen im privaten wie beruflichen Bereich.
Die therapeutische Aufstellungsarbeit bezieht sich deshalb auf die Dynamik hinter den Symptomen etwa bei Essstörungen, Missbrauchs-Situationen, Ängsten, Depressionen, psychosomatischen Erkrankungen, Opfer-Täter-Beziehungen, neurotischen Symptomen oder Beziehungsproblemen.
Weiterbildungsinhalte
Grundlagen der Aufstellungsarbeit:
Darstellung der Geschichte und Entwicklung des klassischen Familienstellens nach Bert Hellinger, Weiterentwicklungen
Die phänomenologische Perspektive im Unterschied zu anderen therapeutischen/beratenden Verfahren.
Ordnungen und Grunddynamiken in Familiensystemen (Herkunfts-, Gegenwartsfamilie), Paardynamiken
Ordnungen und Grunddynamiken in Arbeitssystemen, Schnittstellen Organisations-/Familienaufstellungen
Systemische Verstrickungen und Lösungen, unterbrochene Hinbewegung, Unterscheidung Primär-/Sekundär- und übernommene Gefühle, Funktionen des persönlichen/kollektiven Gewissens.
Spezielle Dynamiken in Familiensystemen (Patchwork, Adoption, verhaltensauffällige Kinder), Schuld, Opfer-Täter-Dynamiken
Dynamiken bei (psycho-)somatischen und psychiatrischen Erkrankungen
Methodische Vorgehensweisen:
Anliegenklärung, Gesprächsführung, kurztherapeutische Interventionen, Rundenarbeit, Genogramm und Hypothesenbildung
Aufbau und Interventionen in einer Aufstellung, Rituale und Lösungssätze
Stellvertretung und repräsentierende Wahrnehmung
Widerstand, Abbruch und Wiederaufnahme der Arbeit
Direktive/nondirektive Leitung, Gruppendynamik
Diagnostik, Indikationen/Kontraindikationen,
Krisenintervention und Krisenprävention, Vor-/Nacharbeit, Dokumentation
Praxis und Besonderheiten in verschiedenen Anwendungsfeldern und Settings:
Psychotherapie, Beratung, Pädagogik, Soziale Arbeit, Supervision, Coaching, Organisationsentwicklung, Gruppen-/Einzelsetting
Theorie und Praxis verschiedener Aufstellungsformen:
Klassische Familien-/Organisationsaufstellung, Bewegungen der Seele/des Geistes, Strukturaufstellung, Autopoietische Aufstellung, Aufstellung im Einzelsetting- mit Symbolen, verdeckte System- Imagination VSI
Phänomenologische Haltung und philosophisch-ethische Hintergründe:
Achtung – Ernsthaftigkeit – Furchtlosigkeit – Absichtslosigkeit, Schulung von Sammlung – Wahrnehmung – Präsenz
Möglichkeiten und Grenzen von Aufstellungsarbeit:
Einbindung in laufende Beratungs-/Therapieprozesse
Selbsterfahrung, Übung und Supervision:
Erfahrung eigener systemischer Verstrickungen und möglicher Lösungen
Erfahrung mit dem Phänomen des Feldes und der repräsentierenden Wahrnehmung, Fallreflektion
Therapeutisches Grundwissen:
psychotische und neurotische Symptomatik, Interaktionen zwischen Therapeut und Klient, Übertragung, Gegenübertragung, Widerstand, Krankheitsgewinn, Abwehrmechanismen, Verschiebung, Projektion etc.
Therapeutische Grundhaltung:
Ordnungen des Helfens, Schulung von Wahrnehmung, Empathie, „gesammelte Aufmerksamkeit“, Achtung, Akzeptanz und Kongruenz.
Vorbereitung:
Indikation/Kontraindikation, Vorgespräch, Genogramm - Arbeit, wer gehört zum System, Herkunfts- und Gegenwartsfamilie, Ausschlüsse,was ist das eigentliche Thema, der Grundkonflikt?
Die Aufstellung:
Erläuterung des Ablaufes und Vorbereitung des Klienten für Einzelsitzung bzw. für Gruppenarbeit
Klärung der Rahmenbedingungen, wie wird aufgestellt, verdeckte Aufstellungen, Bewegungen der Seele, verbalisieren der Wahrnehmungen, Beendigung der Aufstellungen und Verhalten danach, lösende Sätze.
Die verdeckte System-Imagination VSI
Interventionsmöglichkeiten:
Grundlagen der Imaginationsarbeit bei traumatischen Hintergründen, hypnotische Vertiefung, Entspannungsmöglichkeiten, Umgang mit kathartischen Reaktionen.
Psychodynamik:
bei psychosomatischen Krankheiten, neurotischen Störungen, Beziehungskonflikten verschiedener Art
Supervision:
Besprechung praktischer Fälle aus der Tagesarbeit, Entwicklung von Intuition, Fragen zur Sinnhaftigkeit von Lebensumständen, Aspekte der transpersonalen Psychotherapie
Ablauf:
Der Kurs besteht aus den Elementen Gruppenarbeit, Supervision sowie Aufstellungsseminaren mit Klienten.
Die Gruppenarbeit findet an den genannten Terminen von
19.00 – 22.00 Uhr statt.
Die Aufstellungstermine sind meist am Abend von 19.00 – 22.00 Uhr oder einige male tagsüber
von 9.00 – 17.00 Uhr.
Kursgebühr : 1000,00 €
Termine:
10. Oktober 2012 Gruppenarbeit
24. Oktober 2012 Gruppenarbeit
14. November 2012 Gruppenarbeit
bis September 2013
Weitere Termine im Kurs
Gerne beraten wir Sie telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch.
Ort: Institut für psychotherapeutische Verfahren Kraus
Moosen 8, 83083 Riedering
zwischen Rosenheim und Prien am Chiemsee
Tel. 08036-3039545
Ausbildungsleitung:
Wolfgang Kraus
Heilpraktiker für Psychotherapie, Systemaufsteller DGfS